Da ich mich beim guiden dieses Jahr nicht nur auf die Vario1 von Alpenevent beschränken will, stand vorher das obligatorische Abfahren der für mich neuen Route auf dem Plan. Zusammen mit Ronny ging es von Zirl Richtung Mittenwald und dann gen Süden.
Start war Mittwoch den 3. August um 13.30Uhr im österreichischen Örtchen. Nach einer ersten Schiebeeinlage um den für Radfahrer gesperrten Zirler Berg zu um"gehen" bogen wir in Scharnitz in die Karwendeltäler ab wo mit dem Karwendelhaus unsere erste Hüttenübernachtung bereits wartete. Der Regen lies auch nicht all zu lange auf sich warten uns so kamen wir bereits gegen 16Uhr auf der mit Wanderern gefüllten Hütte an. Am Ende des Tages stand 37km und 1380hm auf der Uhr - perfekt zum einrollern ;-)
Am nächsten Morgen ging es nach einer zügigen 800hm Abfahrt im Regen weiter in Richtung Plumsjoch. In der Auffahrt gab mein Rad andere merkwürdige Geräusche von sich als sonst üblich. Eine Speiche am Hinterrad hatte sich verabschiedet und die übrigen 27 konnten die Felge nicht mehr wirklich sauber durch den Hinterbau führen. Die 700hm Abfahrt vom Plumsjoch hat das ganze dann doch noch irgendwie überlebt und im zweiten Radgeschäft am Achensee wurden wir bei der Suche nach einer Ersatzspeiche sogar fündig. Zu den Schrauberfähigkeiten des Mechanikers spare ich mir an dieser Stelle mal meine Kommentare. Mit 27 DT Supercomp, einer silbernen DT Champion und etwa anderthalb Stunden Zeitverlust ging es weiter ins Inntal. Nach kurzem 600hm Abstecher zum Reither Kogel fuhren wir das Inntal hinauf und kamen auf knapp 1800m üNN in der traumhaften Dominikushütte unter. Nach 115km un
d knapp 2900hm wartete nicht nur ein netter Hüttenwirt auf uns, sondern wir hatten mit so ziemlich viel Luxus zu kämpfen - Wäscheservice, ein 4-Bett Zimmer für uns und ein traumhafter Blick vom Bett über den Balkon in die Berg- und Gletscherwelt der Zillertaler Alpen.
Tag 3 stand im Zeichen des Aufholens. Nachdem wir am Vortag unser ursprünglich geplantes Tagesziel mit dem Pfitscherjochhaus knapp verpasst haben mussten wir direkt nach dem Frühstück erstmal die knapp 400hm zum Joch hinauf. Nach einer rasanten Abfahrt probierten wir bei Sterzing ein paar Wege am Hang auf fahrtauglichkeit - geht, lohnt sich ;-). Weiter ging es ins Pustertal wo erst eine kurze Welle und dann der Anstieg in Richtung St. Vigil unter die (mit nicht mehr ganz so großen Stollen bestückten) Reifen genommen wurde. Nach kurzer Rast beim Bäcker machten wir uns auf das letzte Stück des Tages zur Fanes-Hütte. Auf dem leicht ansteigenden Monopfad zur Pederü gab es wieder ein komisches Gefühl von meinem Hinterrad - die nächste Speiche verweigerte ihren Dienst. Also zurück nach St. Vigil und hoffen, dass es ein vernünftiges Radgeschäft gibt. Zur Wahl standen 27 neue Speichen einpacken oder ein neues Hinterrad zu holen. Ich entschied mich für zweiteres und lies das wirklich tolle DT XR10 Laufrad allein in St. Vigil zurück - vielleicht holen wir es in 3 Wochen wieder ab... Neu berädert ging es nochmal gen Pederü als ein fetter Truck ala Colt Sievers neben uns herrollt
e und fragte wo wir hinwollen - es war der Hüttenwirt der Fanes. Schnell waren unsere Rücksäcke auf die Ladefläche gepackt und wir konnten erleichtert die 800hm zur Hütte in Angriff nehmen. An der Hütte angekommen standen dann etwa 140km und 3050hm auf der Uhr.
Nach einer Nacht auf über 2000m üNN ging es wieder früh los und wir fuhren erstmal weiter hoch zum Limojoch. Nach etwas welliger Fahrt auf der Höhe folgte die "Abfahrt" welche wir erstmal schiebend und tragend absolvierten. Im unteren Teil machte sie dann aber auf dem Bike spaß. Wir blieben nicht lange im folgenden Tal, sondern es ging gleich wieder hoch zur Prolongia. Von der über den Passo Compolongo, eine spaßig, rumpelige Abfahrt hinab und wieder hinauf zum Passo Pordio. Dort ging es dann zügig im Tal hinab bis zum geplanten Tagesziel. Aber 14:40Uhr am Tagesziel zu sein ist doof dachten wir uns so nahmen wir noch einen Berg in Angriff - 1400hm sollten auf uns warten. Ich hatte den Auftrag dort mal was zu probieren. Gut, da ist etwas Experimentalcharakter dabei. Nach 300hm auf der Manghenpassstraße bogen wir ab und konnten noch gut 700hm im Sattel absolvieren ehe wir wieder in Fahrradschiebewandern übergingen. Etwa eine Stunde und 400hm marschierten wir zu Fuß den Berg hinauf und trafen auf allerlei Tiere der Bergwelt. Laut "Roadbook" nach dem ich das ganze probieren sollte bestand die Abfahrt zunächst aus einem schweren und im unteren Teil aus einem Flowtrail. Oben waren wir erstmal wieder knapp 400hm zu Fuß unterwegs - diesmal aber Bergab. Im unteren Teil war der Trail zwar ganz spaßig, aber ob es nun ein Flowtrail ist muss jeder für sich ents
cheiden. Gegen 19:30Uhr waren wir nach 115km und ca. 3000hm dann wieder im Tal und fanden im Hinterhof eines kleinen Restaurants ein schönes Zimmer für uns und die Bikes.
Den letzten Tag ging es nach einer kurzen Einrollfahrt gleich wieder 1000hm hinauf um den Kaiserjägerweg unter die Stollenreifen zu nehmen - wobei Stollen inzwischen nicht mehr viele vorhanden waren. Weiter ging es über den Passo Sommo und eine kleine Welle hinab nach Rovereto. Da mein Knie inzwischen etwas zwickte und der Wetterbericht für die geplante zweitägige Asphaltrückfahrt im Etschtal auch nicht besonders sonnig war entschieden wir uns doch den Zug bis zum Brenner zu nehmen. Nach 65km und 1400hm kamen wir 12:35Uhr am Bahnhof an, Ticket am Automaten gelöst um 12:39Uhr, abgestempelt um 12:38Uhr (???) und Abfahrt des Zuges um 12:39Uhr geschaft - top! Vom Brenner warteten dann noch 2 Stunden Regenfahrt bis Zirl auf uns, aber da wurden die Räder schon fast wieder sauber.
Insgesamt waren es 4,5 lustige Tage die ich mit Ronny durch die Alpenwelt radeln konnte - besten Dank nochmal dafür.


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